Absolute und relative Luftfeuchte – Worin liegt der Unterschied?

Absolute und relative Luftfeuchte Worin liegt der UnterschiedLuftfeuchtigkeit bezeichnet die Konzentration von Wasserdampf in der Luft. Für das menschliche Auge sind Wasserpartikel unsichtbar, wirken sich aber gravierend auf unsere Umwelt aus. Je mehr Wasserteilchen sich dabei innerhalb eines genau bestimmten Volumens an Luft sammeln, desto höher die Luftfeuchtigkeit.

Schnell erklärt: absolute Luftfeuchtigkeit

Absolute Luftfeuchtigkeit ist sehr vereinfacht. Sie wird in g/cm³ gemessen, also drückt sie aus, wie groß die Masse an Wasserteilchen ist, die zur Zeit in einem Luftraum von der ungefähren Größe eines Spielwürfels schweben. Der Wert der absoluten Luftfeuchtigkeit kann dabei gegen null gehen, während ein Wert von über 80 g/cm³ als sehr hoch gilt. In der Praxis gibt die absolute Luftfeuchtigkeit Aufschluss darüber, wie viel Kondensat bei einer Abkühlung oder Filterung der Luft maximal erwartet werden kann.

Absolute und relative Luftfeuchte

Aussagekräftiger: relative Luftfeuchtigkeit

Wesentlich wichtiger, da praxisrelevanter als die absolute ist die relative Luftfeuchtigkeit. Denn sie bezieht die Lufttemperatur mit ein, welche die Fähigkeit der Luft, noch mehr Wasser aufzunehmen oder abzugeben, maßgeblich beeinflusst. Der Wert der absoluten Luftfeuchtigkeit sagt noch wenig darüber aus, ob der Punkt, an dem das Wasser zu kondensieren anfängt, schon erreicht ist oder noch nicht.

Generell gilt: Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie auch speichern, und umgekehrt ist die Luft umso schneller gesättigt, je kälter sie wird. Eine absolute Luftfeuchtigkeit von ca. 30 g/cm³ kann sehr feucht bedeuten, wenn die Temperatur nur 30° C beträgt. In diesem Fall würde die relative Luftfeuchtigkeit 100% betragen, was bedeutet, dass jeder zusätzliche Wassertropfen sofort kondensieren würde. Beträgt die Temperatur bei denselben 30 g/cm³ hingegen 40°C, bedeutet dies eine relative Luftfeuchtigkeit von nur 60%.

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Der Taupunkt

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt ihrerseits Aufschluss über den Taupunkt von Luft, also ab welcher Temperatur Kondenstropfen an Oberflächen entstehen würden. Ein Gegenstand, der kälter als die sie umgebende Luft ist, kühlt selbige in unmittelbarer Nähe zu dessen Oberfläche ab. Dadurch erhöht sich die relative Luftfeuchte, denn die kühlere Luft hat noch genauso viel Wasser, kann aber immer weniger noch aufnehmen. Der Taupunkt nähert sich. Bei einer relativen Feuchte von 60% beträgt der Taupunkt bei 25°C Umgebungstemperatur etwa 16°C, anders ausgedrückt: Die Oberfläche einer Fensterscheibe muss bei 60% relativer Luftfeuchtigkeit sowie 25°C Lufttemperatur ihrerseits 16°C oder kälter sein, damit sich auf ihr Wassertropfen bilden.

Der Idealbereich

Die ideale relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40% und 60% liegen. Darunter wird es schwül, bei 30% und weniger gar ungesund, da Schleimhäute austrocknen und mehr Staub und Keime aufgewirbelt werden können. Bakterien und Viren verbreiten sich in trockener Luft schneller, da sie von Wassertropfen nicht mehr so stark beschwert werden. Niedrige relative Luftfeuchte kann vor allem ein Problem im Winter sein, wenn kalte, trockene Luft beim Lüften von außen ins Haus strömt. Wird nämlich anschließend geheizt, steigt auch die Aufnahmefähigkeit der Luft, aber es bleiben natürlich gleich viele Wasserpartikel im Raum. Folglich sinkt die relative Luftfeuchtigkeit.

Relative Luftfeuchte mit einem Hygrometer messen

Bei sehr hoher Luftfeuchte von über 60% wiederum werden Schimmelpilze, Milben und anderes Ungeziefer begünstigt. Hohe relative Luftfeuchtigkeit kann im Sommer auftreten, wenn hinein gewehte Luft mit viel Wasserdampf über Nacht abkühlt, die Luftpartikel werden nicht weniger, aber die Aufnahmefähigkeit der Luft sinkt, sie wird gesättigter, die relative Luftfeuchtigkeit erhöht sich.

Die Überwachung der relativen Luftfeuchtigkeit ist auch ein Dienst an der eigenen Gesundheit, oder zumindest am eigenen Wohlbefinden.