Wie funktioniert ein elektrischer Luftentfeuchter?

So funktioniert ein elektrischer LuftentfeuchterLuftentfeuchter sind heute in aller Munde. Sie sollen dauerhaft Schimmelbefall vorbeugen und das Raumklima allgemein auf einem gesunden Level halten. Andere benutzen Luftentfeuchter über einen kurzen Zeitraum zur Trocknung eines vollgelaufenen Kellers oder während der Bauphase eines Eigenheims.
Doch wie die Geräte, die mit wenigen Knopfdrücken programmiert sind, eigentlich funktionieren, weiß kaum jemand. Wir wollen das ändern und legen nachfolgend dar, wie ein elektrischer Luftentfeuchter funktioniert.

Das grundlegende Prinzip des Luftentfeuchters

Ein Luftentfeuchter entzieht der Luft Feuchtigkeit. Das Prinzip, nach dem er dabei arbeitet, ist recht simpel: Feuchte Luft wird durch einen Ventilator angesaugt, durch einen gekühlten Verdampfer geleitet und dabei gekühlt und dabei “entfeuchtet”. Für den Entzug der Feuchtigkeit sorgt dabei die Kälte des Verdampfers: Die Luft wird unter den Taupunkt abgekühlt, sodass das enthaltene Wasser an den kalten Kühlrippen des Entfeuchters kondensiert. Das kondensierte Wasser wird dann entweder in einen Auffangbehälter oder in einen Abfluss geleitet. Danach wird die Luft wieder erwärmt und in den Raum geleitet. Im Raum kann die erwärmte Luft wieder Feuchtigkeit aufnehmen und wird dan wieder vom Ventilator in den Entfeuchter befördert. Dieser Prozess wiederholt sich, bis der gewünschte Grad an Feuchtigkeit in der Luft erreicht ist.

Kondensation im Luftentfeuchter

Wie an einem kalten Getränk kondensiert die Luftfeuchtigkeit im inneren des Luftentfeuchters an den Kühlplatten / © Bildagentur PantherMedia  / Matthew Benoit

Neben dem beschriebenen Kondensationsentfeuchter gibt es auch den sog. Absorptionsentfeuchter. Bei diesem fehlt der Kondensator. Stattdessen ist ein Absorptionsmittel enthalten, welches der Luft die Feuchtigkeit entzieht. Diese Luftentfeuchter ohne Strom eignen sich für den Einsatz gegen Feuchtigkeit im Wohnwagen, auf Boote und kleinere Abseiten im Haus.

Unser Tipp: Die Granulatbeutel von Absorptionsentfeuchter lassen sich übrigens schnell und kostengünstig selber befüllen.

Der Prozess und die beteiligten Komponenten im Detail

Besonders wichtig sind Ventilator und Kompressor. Der Ventilator funktioniert wie jeder andere Ventilator auch – er befördert die Luft jedoch nicht zurück in den Raum, sondern in den Entfeuchter hinein. Genauer gesagt: Er befördert sie erst zum Verdampfer, wo ihr das Wasser entzogen wird. Hierfür ist ein Kühlmittel verantwortlich. Es sorgt dafür, dass der Taupunkt unterschritten wird, woraufhin die in der Luft gebundene Feuchtigkeit sich verflüssigt. Von dort aus gelangt die Luft zum Kondensator. Der Kompressor, der sich an der Seite des Entfeuchters befindet, an dem der niedrigere Druck herrscht, befördert warmes Gas zu ebendiesem Kondensator. Dieses Gas trifft dort auf die Luft und erwärmt sie, woraufhin sie wieder austreten kann.

Kältemittel und warmes Gas sind dabei identisch. Das im Kondensator beim Erhitzen der durchströmenden Luft abgekühlte Gas wird zum Kältemittel. Durch ein Rohr oder ein Ventil wird es – in abgekühlter und verflüssigter Form – zum Verdampfer geleitet, wo es die Luft als Kältemittel abkühlt. Dabei heizt es sich wieder auf, geht in den gasförmigen Aggregatzustand über und wird als warmes Gas vom Kompressor angezogen. Dieser leitet es in den Kondensator. Dieser Prozessor von Abkühlung- und Aufwärmung und damit der Funktionswechsel von Erhitz- und Kühlmittel wiederholt sich ständig.

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Die Steuerung des Prozesses

Natürlich haben wir als Menschen, die das Gerät bedienen, erheblichen Einfluss auf die Funktion. So lässt sich beispielsweise die gewünschte Luftfeuchtigkeit einstellen. Hierzu verfügt der Raumentfeuchter über einen Hygrostaten. Beim Hygrostaten handelt es sich um ein Gerät, welches den Prozess der Entfeuchtung abbricht, sobald die gewünschte Zielfeuchtigkeit erreicht ist.

Tipp: Einfache Hygrometer zu Überwachung der Raumluftfeuchte gibt es bereits ab etwas über 5 Euro.

Darüber hinaus verfügen elektrische Luftentfeuchter über Temperaturüberwachungsmodule. Diese schalten das Gerät automatisch ab, sobald bestimmte Temperaturwerte über- oder unterschritten werden. Das ist nötig, da ein elektrischer Luftentfeuchter bei bestimmten Temperaturen nicht mehr die gewünschte Leistung erbringen kann.

Wie entsteht hohe Luftfeuchte in Wohnräumen?

Es gibt zwei Hauptgrüne für hohe Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen: Suboptimales Lüften und suboptimales Heizen. Besonders im Winter neigen wir dazu, die Fenster weitgehend geschlossen zu halten. Das ist jedoch keine gute Idee, da die Feuchtigkeit, die wir selbst in den Raum bringen, dann nicht entweichen kann. Mehrmals täglich sollte stoßgelüftet werden. Ein ersten Anzeichen für zu hohe Luftfeuchte sind beschlagene Scheiben.

Ein Luftentfeuchter schafft Abhilfe bei beschlagenen Fenstern

© Bildagentur PantherMedia  / Birgit Korber

Beim Heizen verhält es sich ähnlich: Wir wollen möglichst wenig Energie verschwenden und heizen deshalb nur sehr begrenzt, was im Winter dazu führt, dass die Luftfeuchtigkeit außer Kontrolle gerät. Im schlechtesten Falle setzt sich Kondenswasser an den Wänden ab – das wiederrum begünstigt Schimmelbildung. Heizen Sie also bestenfalls lange Zeit bei moderater Stufe und nicht nur kurz und dafür heftig. Außerdem sollten Sie die Heizkörper nicht zustellen, da das die Luftzirkulation behindern würde.

Gesundheitsrisiken durch zu hohe Luftfeuchte

Zu hohe Luftfeuchtigkeit, die mit einem elektrischen Luftentfeuchter bekämpft werden kann, schädigt nicht nur die Bausubstanz, sondern auch den menschlichen Körper. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit wird der Kreislauf belastet – das Wohnungsklima ist schwül und unangenehm. Außerdem wird Schimmelbildung – und damit eine große Gesundheitsgefahr – begünstigt. Auch Milben, auf die viele Menschen allergisch reagieren, fühlen sich bei hoher Luftfeuchtigkeit besonders wohl. Im schlimmsten Fall kann eine dauerhafte Belastung es zur sogenannten Schimmelpilzallergie führen.

Einfach erklärt:  So funktioniert ein elektrischer Luftentfeuchter